Die Bedeutung des Zeckenbefalls unserer Haustiere liegt ausser in der Übertragung gefährlicher Krankheiten, der Frühsommer-Meningitis und der Lyme-Borreliose, besonders im langwierigen Eitern zurückgebliebener Zeckenköpfe. Das Prinzip der Behandlung muss deshalb das restlose Entfernen der Zecke sein. Eine Impfung gegen die Lyme-Borreliose des Hundes ist seit 1999 möglich und uneingeschränkt zu empfehlen.

Vorbeugende Massnahmen bei Hund und Katze sind heute möglich. Das flüssige Medkament wird alle 2-4 Wochen auf die Nackenhaut aufgetropft. Bei Bedarf fragen Sie uns gerne nach Einzelheiten. Einen 100%igen Schutz leistet auch dieses Mittel nicht. Sie werden immer noch einzelne Zecken finden, die Ihr Patient  im Zuge seiner Körperpflege selbst abreissen könnte. Wobei dann meist der Zeckenkopf zurückbleibt. Deshalb wird die Kunst, Zecken fachgerecht zu entfernen, noch nicht so bald überflüssig werden.

Bevor wir Ihnen in der Folge eine perfekte Methode zum Entfernen von Zecken erläutern, vergessen Sie bitte erstmal allen Unsinn den Sie bisher zu diesem Thema gehört oder gelesen haben. Also kein Öl, Alkohol, Nagellackentferner etc aufbringen. Das macht die Zecke lediglich glitschig und erschwert somit das ergreifen. Das berühmte "nur linksrumdrehen" ist ein antiker Scherz, mit dem auch heute noch Leute hereingelegt werden. Die Zecke ist symmetrisch. Rechts- oder linksrum ist ihr deshalb völlig egal. Die Zecke hat kein Gewinde. Man kann sie deshalb nicht "herausschrauben".

Jetzt aber unsere Methode, die sich in der Praxis bestens bewährt hat:

 

a) Untersuchen Sie Ihren Patienten nach jedem Spaziergang auf Zeckenbefall.

b) Wird eine Zecke entdeckt, ergreifen Sie sie mit einer speziellen Zeckenzange oder -pinzette. Die Zeckenzange senkrecht auf die Haut aufsetzen. Einmal angesetzt hält sie die Zecke selbsttätig fest. Im Gegensatz zu einer Kosmetik-Pinzette braucht sie nicht ständig zusammengedrückt werden.

c) Erst nach Entfernen der Zecke geben Sie einen Tropfen geeignetes Desinfektionsmittel, wie Jod-Tinktur oä., auf die betreffende Hautstelle.

Sollte - womit Sie bei Verwendung einer anständigen Zeckenzange nicht rechnen müssen - ein Zeckenkopf steckenbleiben, ist tierärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Wird diese versäumt, versucht der Körper selbst den Fremdkörper abzustossen und es entstehen langwierige Eiterungen.

 

 

Wie jedes Jahr im Fruehling ist jetzt die erste Zeckenwelle in vollem Gange und immer um diese Jahreszeit bringen die Hunde und Katzen eine Vielzahl von Zecken von ihren Spaziergaengen mit nach Hause. Seit das Wissen auch in der breiten Bevoelkerung ueber die gesundheitliche Gefaehrdung durch Zeckenbisse beim Menschen, vor allem durch FSME oder die Borreliose waechst, steigt auch die Angst ueber eine moegliche Gefaehrdung der Hunde und Katzen durch die entsprechenden Erreger. Zecken lieben ein warmes Klima mit hoher Luftfeuchtigkeit, man spricht von einer zweigipfeligen Aktivitaetskurve mit einem grossen Peak im Fruehling und einer kleinen Spitze im Oktober und November. Zeckenarten und Entwicklung Es gibt beim Hund drei wichtige Zeckenarten, den Holzbock, die Auwaldzecke, die beide vor allem in Mitteleuropa vorkommen und die Braune Hundezecke, die besonders in Spanien und anderen warmen Mittelmeerlaendern anzutreffen ist.. Sie sind zwischen 2,5 und 5 mm gross, vollgesogen erreichen sie eine Groesse von 11mm, d.h. man kann Zecken mit blossem Auge sehen oder auch als Erhebungen auf der Haut ertasten. Drei Entwicklungsstadien durchlaeuft jede Zecke: von der Larve ueber die Nymphe zur adulten Zecke, wobei alle Stadien Blut saugen, jedoch nur die erwachsene Zecke grosse Saeugetiere, wie den Hund , die Katze oder den Menschen befaellt.

Lebensraum

 

Die Zecken finden sich oft an Graesern oder Pflanzen an Wegraendern. Sie lassen sich nicht, wie oft irrtuemlich angenommen von Baeumen fallen. Sie erklettern Pflanzen bis zu 1,5 m Hoehe, klammern sich dort fest und warten auf einen vorbeikommenden Wirt. (Uebrigends kann eine Zecke, wie auch ein Floh laenger als 1 Jahr ohne einen Tropfen Blut auch in der Wohnung ueberleben!!)

 

Zeckenbiss

 

Die Zecke erkennt z.B. einen Hund aufgrund von thermischen und chemischen Reizen. Im geeigneten Moment haengt sie sich an den Wirt und sucht sich dann besonders warme Koerperstellen mit duenner Haut und verankert dort ihre Mundwerkzeuge zur Blutaufnahme. Bevorzugte Stellen beim Hund sind vor allem Schenkel- und Ellbogenfalte, Ohrraender, Schnauze und zwischen den Zehen. Nach dem Zeckenbiss kommt es zu einer lokalen Schwellung der Haut, aber keiner Schmerzhaftigkeit, da die Zecke gleichzeitig eine Art Lokalanaesthetikum mit in die Stichstelle injiziert. Die Zecke bleibt bis zu 10 Tagen auf ihrem Wirt um sich vollzusaugen. Damit besteht eine grosse Gefahr der Uebertragung von Krankheitserregern. Vor allem in den Mittelmeerlaendern werden von infizierten Zecken parasitaere Krankheitserreger durch den Biss uebertragen, die in Deutschland nicht oder bisher noch selten vorkommen. Da Tiere und insbesondere Hunde ihre Besitzer in den Urlaub in steigender Zahl begleiten oder aus Gruenden fuersorglicher Tierliebe nach Deutschland verbracht werden, ist es von grosser Bedeutung ueber diese Krankheiten informiert zu sein. Die wichtigsten durch Zecken uebertragenen Krankheiten in den Mittelmeerlaendern sind:

Babesiose, Ehrlichiose, Borreliose und Hepatozoon canis.

Zeckenentfernung von Mensch oder Tier

Ganz einfach:
"raus drehen" ist die veraltete Technik. Ich weiß nicht warum, aber irgendwie war man mal der Meinung, die Zecke würde sich ähnlich wie ein Korkenzieher in die Haut rein schrauben. Daher kommt auch das raus drehen. Theoretisch geht das auch. Das Problem dabei ist, dass die Zecke an und für sich ein recht widerstandsfähiges Tierchen ist und die Leute - meist aus Ekel - nicht richtig angepackt haben. Das Ende vom Lied war, dass Teile der Zecke (Beißwerkzeuge, ganzer Kopf) im Menschen verblieben sind und sich dort entzündet haben.

Inzwischen weiß man, dass sich die Zecke keineswegs "rein schraubt" und - unter anderem auch um den Verbleib von Zeckenresten im Menschen zu vermeiden - man sie besser rauszieht. Leider funktioniert das trotz Zeckenzange bei den meisten Leuten nicht so recht, weil auch hier die wenigsten die Zange richtig ansetzen. Deswegen bevorzuge ich auch einen Zeckenlöffel oder die Zeckenkarte. Die setzt man nämlich einfach auf der Haut an, schiebt sie unter die Zecke und dann so lange weiter, bis die Zecke von der Haut entfernt ist. Das tut so gut wie gar nicht weh und durch das Auflegen der Karte auf der Haut wird die Zecke automatisch komplett und richtig entfernt. Die Bedienung ist kinderleicht, ganz speziell weil man durch das "drunter schieben" die Zecke viel besser sieht als beim Hantieren mit den zum Teil doch recht klobigen Zangen. Ein echter Vorteil gerade bei noch nicht vollgesaugten Zecken (ok, die mach ich dann zur Not auch mit den Fingernägeln weg, aber auch das sollte man können.)