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Tierbestattungen

Auch Pferde müssen sterben...

Die Sonderveröffentlichungen des Haustieranzeigers über Tierbestattungen berührte mich sehr. Leider beschäftigen wir uns erst mit dem Thema Tod unseres geliebten Tieres, wenn der Tod bereits eingetreten ist. Unsere Trauer ist so groß, dass wir zu einem klaren Gedanken kaum fähig sind und einige Tierhalter sicher in dieser Ausnahmesituation überfordert sind, sich Gedanken um das "danach" Ihres geliebten Tieres zu machen. Ein würdevoller Abschied ist bei kleineren Tieren schon in der Kürze der Zeit, die uns bleibt, schwierig umzusetzen, doch bei gestorbenen Pferden aufgrund Größe und Gewicht der Tiere umso schwieriger. Aus diesem Grunde sollte man sich bereits zu Lebzeiten unseres Tieres Gedanken machen, was mit unserem Tier geschehen soll, wenn es stirbt. Die Auseinandersetzung mit diesem traurigen Thema bevor es aktuell wird, gibt uns die Kraft, in dieser furchtbaren Situation das Richtige zu tun und unserem über alles geliebten Tier einen würdevollen Abschied zu ermöglichen! Glücklicherweise ist die Gesetzeslage bei Tieren so, dass wir unserem Tier ein langes Leiden ersparen dürfen, indem wir es erlösen lassen. Dies kann ein wahrer Segen sein, sieht man viele alte und schwer kranke Menschen in Heimen und Krankenhäusern ohne Aussicht auf Besserung dahin vegetieren, bis der Tod Erlösung bringt. Dieses Schicksal können wir Tieren glücklicherweise ersparen und sollten dies auch tun: Besteht keine Aussicht auf eine wiederzuerlangende Lebensqualität des Tieres, ist die Erlösung der tierliebe und verantwortungsvolle Weg! Wer einmal miterlebt hat, wie das tote Pferd vom Abdecker abgeholt wird, möchte diesen Anblick bei einem geliebten Tier sicher nicht erleben und wird sich daher für andere Wege entscheiden! Ob kleines oder großes Haustier: Als ganz wichtig empfinde ich, dass Tiere zu Hause in Ihrer gewohnten Umgebung sterben. Sterben sie eines natürlichen Todes, wird dies in der Regel der Fall sein. Entscheiden wir uns für die Erlösung durch Einschläfern, kommt der Tierarzt auch bei kleineren Tieren in die gewohnte Umgebung. Es sollte für uns Menschen eine Selbstverständlichkeit sein, dass wir unser Tier im Zuge des Todes nicht alleine lassen, sondern auf dem letzten Weg begleiten. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass der Mensch den Tod des geliebten Tieres auch besser verarbeiten kann, wenn er sein Tier in den letzten Minuten nicht alleine läßt und das gemeinsame Leben Revue passieren lässt, indem man das Tier zum letzten Male in die Arme schließt und aus dem gemeinsamen Leben erzählt.. Nun, dann ist es irgendwann soweit: Im besten Falle ist unser Tier friedlich und zufrieden in unserem Arm eingeschlafen. Ist dieser furchtbar schmerzliche Zustand für uns eingetreten, so kommt das "danach". Meine Erfahrungen möchte ich hier schildern, um hoffentlich vielen Betroffenen ein wenig zu helfen, sich zu Lebzeiten auseinander zu setzen und in dieser schwierigen Situation ein wenig von der völligen Hilflosigkeit zu verlieren: Der erste Verdacht einer Krebserkrankung wurde von meiner damaligen Tierärztin bereits 1997 geäußert. In den folgenden Jahren entwickelten sich verschiedene Tumore an Hals und Kehlkopfregion. Später dann so genannte Plattenephitelkarzinome am Schlauch, welche sich zwar langsam, jedoch stetig vermehrten. Entfernen ließ ich diese nicht, da meine Erfahrung besagt, dass Karzinome umso schneller "wuchern", wenn diese entfernt werden. Bis zum letzten Abend merkte man meinem Pony Bubi seine Erkrankung nicht an, er war munter und bei altersentsprechend gutem Allgemein- und Wohlbefinden. Morgens dann lag er im Stall, blutend aus Maul und Nase, er konnte nicht mehr aufstehen: Mein erster Gedanke: Sein Leben würde heute zu Ende gehen! Nachdem ich den Tierarzt angerufen hatte, was sich Sonntagmorgens als recht schwierig erwies, und ich wieder zu ihm in den Stall eilte, sah ich Blutspuren an den Wänden des Stalls. Es dämmerte mir, dass es sich hier nicht um ein Festliegen handelte, sondern, dass er erst blutete und sich dann hinlegte, wohl aus Schwäche und Schmerzen. Ich vermute, dass sich mittlerweile Metastasen im Organismus gebildet hatten oder/und ein Tumor auf die Nerven drückte oder aufgebrochen war. In diesen Momenten wurde mir klar, dass es wohl die Krebserkrankung war, die ihn eingeholt hatte. Der Tierarzt kam sofort und gab Schmerzmittel und Cortison. Ich gab zusätzlich homöopathische Mittel. Alle Aufstehversuche mit unserer Unterstützung scheiterten: Bubi konnte nicht mehr aufstehen! Der TA meinte, er käme in zwei Stunden wieder und wir würden es dann erneut probieren. Mein Mann organisierte Helfer und ich saß im Stall bei Bubi, der seinen Kopf in meinen Schoß legte und redete mit ihm. Ich erzählte ihm aus unserem gemeinsamen Leben und vorübergehend machte er den Eindruck, als würde er sich doch noch einmal erholen. Er fraß im Liegen mit gutem Appetit und machte einen völlig zufriedenen Eindruck. Danach legte er den Kopf in meinen Schoß und war sehr schwach und müde. Immer wieder versuchte er aufzustehen: Er war eben ein Kämpfer! Ich kam zu dem sehr schweren Entschluss, dass ich ihn erlösen müsse, weil ich ihn liebe und nicht aus falscher Tierliebe sein Dasein verlängern dürfe! Oft hatte ich mich mit dem Thema auseinandergesetzt, was wäre wenn? Jetzt musste ich handeln: Ich rief erneut den Tierarzt an und bat ihn, Bubi einzuschläfern! Bubi schlief ganz ruhig und ich hatte den Eindruck, wirklich zufrieden, in meinen Armen ein.. Was nun? Unsere Helfer, die eigentlich die Aufstehversuche unterstützen wollten, kamen nach ca. 1 Stunde und wir trugen Bubi vorsichtig zu einer Stelle unseres Hofes, welche den Pferden die Möglichkeit gab, sich von Bubi zu verabschieden und den Tod ihres geliebten Opas zu begreifen. Bubi zum Abdecker zu geben kam für mich unter keinen Umständen in Frage! Vor Jahren hatte ich einer Kundin durch Recherchen im Internet die Tierbestattung Berthold Beyers (www.pferdebestattungen. de) empfohlen. Das Pferd war damals nicht mehr therapierbar, wurde eingeschläfert und dann mit Hilfe von Herrn Beyers eingeäschert. Meine Patientenhalterin war sehr zufrieden mit dem gesamten Ablauf und schwärmte von dem Einfühlungsvermögen des Herrn Beyers. Ich rief Herrn Beyers an und wir vereinbarten einen Termin für den nächsten Tag. Mir war dies sehr recht: Die Pferde mussten sich von Bubi verabschieden und es war weder zuwenig noch zuviel Zeit zur Verabschiedung, gerade passend. Meine anderen Pferde versammelten sich bei Bubi und nahmen traurig Abschied. Sina, meine Haflingerstute leidete unsagbar, sie war 1995 als Absetzer zu uns gekommen und mit Bubi sehr eng verbunden. Am nächsten Mittag kam Herr Beyers, welcher mit seiner netten Art sehr sympathisch ist. Er transportierte Bubi ganz vorsichtig in seinen Hänger und Bubis Reise zum Krematorium nach Holland konnte beginnen, nachdem ich mich von Bubi für immer verabschiedete. Eine Woche später kam er wieder: in Asche. Obwohl alles sehr sehr schmerzlich für mich war, bin ich ganz sicher, es war so, wie es war, genau richtig, schöner – sofern man in diesem Zusamm e n h a n g von "schön" s p r e c h e n kann - konnte der Tod und alles, was danach k o m m t , nicht sein! Ein großes Problem bereitete mir die Aufbewahrung der Asche: Es sollte etwas ganz Besonderes sein und nicht irgendetwas "von der Stange". Wie das Schicksal manchmal so spielt, fand ich in dieser schweren Zeit wieder Kontakt zu einem guten Freund, einem Tischler. Dieser bot sich sofort an, für Bubi eine Truhe bzw. einen Sarg nach meinen Vorstellungen zu gestalten und ich nahm sein Angebot nicht zuletzt aus dem Grunde an, da für mich auch die Persönlichkeit meines Freundes in diesem Andenken steckt. Die Liebe zum Detail und zu dieser Arbeit bewog ihn dazu, auch für andere betroffene Pferdehalter Truhen aus Holz nach individuellen Wünschen und Vorgaben zu einem bezahlbaren Preis auf Wunsch anzufertigen (bei Interesse wenden Sie sich bitte an mich). Gerne verschweigen wir das Thema Tod, bei geliebten Menschen ebenso wie bei geliebten Tieren. Es ist unsagbar hilfreich, sich zu Lebzeiten bereits mit dem Tod unserer Tiere auseinander zu setzen, der Tod verliert ein wenig von dem Schrecken, den er uns einjagt, wenn wir uns gedanklich zuvor auseinandergesetzt haben.

Zentrum für ganzheitliche Tierheilkunde, Diplom-THP Claudia Nehls, Tel.: 05648/963335, Fax: 05648/963335, Internet: www.tierheilkundezentrum.de, E-Mail: tierheilpraxis1@t-online.de