Auch Heim- und Haustiere sind vor eine BSE-ähnlichen Gehirnerkrankung offensichtlich nicht gefeit. Nach mehreren Fällen in Großbritannien hat es nun auch unser Nachbarland Schweiz erwischt. Erstmals wurde in der Alpenrepublik bei einer Katze eine BSE-ähnliche Gehirnerkrankung diagnostiziert. Die Feline Spongiforme Enzephalopathie (FSE), volkstümlich Katzenwahnsinn, ist mit BSE verwandt und wie der Rinderwahnsinn eine übertragbare Gehirnerkrankung. Die Ursache der Infektion bei der sechsjährigen Katze aus dem Kanton Waadt ist bislang nicht bekannt. Vermutet wird, dass die Katze mit rohem oder ungenügend erhitzten, infektiösem Gehirn- und Rückenmarkmaterial gefüttert worden sei. Aus der BSE-Forschung ist bekannt, dass infektiöses Material durch blosses Kochen seine Ansteckungsfähigkeit NICHT verliert. Das Schweizer Tier musste wegen seiner starken Störungen am Zentralnervensystem eingeschläfert werden.
    Bislang sind in Großbritannien knapp hundert, in Norwegen einer und in Irland drei Fälle von FSE bekannt geworden. Zu den englischen Fällen zählen auch 15 Fälle von FSE bei Grosskatzen wie Löwen und Tigern. FSE wurde erstmalig 1990 bei einem südenglichen Siamkater mit dem passenden Namen Mad Max diagnostiziert. Die Zahlen in Großbritannien gingen, nachdem Tierleichenmehl im Haustierfutter verboten wurde, jedoch zurück. In Deutschland wurde nach Auskunft des Bundesinstituts für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin noch keine FSE-Katze registriert. Da Katzen mit neurologischen Symptomen nur ausnahmsweise zur Sektion kommen, sagt das natürlich garnichts.

    Immer wieder haben die BSE-ähnlichen Erkrankungen, vermutlich ausgelöst durch sogenannte Prionen, auch die Artengrenze übersprungen. Wildkatzen wie Geparden oder Tiger gehören zur direkten FSE-Risikogruppe. Selbst bei Affen oder Antilopen wurden bereits BSE-ähnliche Erkrankungen festgestellt.

    Nach Auskunft der Veterinärbehörde in Bern stelle die Infektionskrankheit der Katzen für den Menschen dennoch keine Gefahr dar. Eine Ansteckung könne allein über die Nahrungskette erfolgen. Wissenschaftler sind sich allerdings nicht mehr so sicher. 1998 sorgte der Fall eines italienischen Mannes für Aufsehen, der an der damals neuartigen Jugendform der Creutzfeldt-Jakob-Erkrankung, der BSE-Variante beim Menschen, starb. Doch nicht nur das: Auch die kleine Katze, die der Italiener ständig um sich hatte, erkrankte an einer schweren neurologischen Störung. Erst bei der Obduktion von Mensch und Tier zeigte sich, dass die Gehirne der beiden schwammig zerfressen waren.

Jedenfalls sollten Sie bei Asienreisen auf die beliebte Katzen-und-Schlangen-Suppe vielleicht zunächst verzichten.

 

 

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