Erste Hilfe für Hunde bei Krankheiten und Unfällen im Urlaub:

 

Abgesehen von speziellen Krankheiten und Verletzungsgefahren geht die erste Beschwerlichkeit für den reisenden Hund von der zwar ungefährlichen, aber sehr unangenehmen Reisekrankheit aus. Denn einem Hund, der Seekrank, Luftkrank oder ganz allgemein Reisekrank ist, kann das Vergnügen an einer Urlaubsreise sehr schnell vergehen. Zudem ist die Umstellung auf die Transportbedingungen – dies gilt vor allem für die Transportboxen bei Flugreisen – sehr oft mit physischen und psychischen Belastungen verbunden. Klären Sie deshalb mit Ihrem Tierarzt rechtzeitig und individuell ab, wie Sie sich mit Ihrem Schützling auf Reisen verhalten sollen.

 

Reisende, die an einem Ort bleiben, sollten sich nach der Ankunft erkundigen, wo der nächste Tierarzt wohnt, und die Telefonnummer für Notfälle notieren. Bei einigen hundefreundlichen Ferienhausanbietern (z.B. in Dänemark) gehört es sogar zu ihrem Standardservice, in jedem ihrer vermieteten Häuser auf Anschlagtafeln alle relevanten Informationen über den nächst gelegenen Tierarzt etc. anzubieten.

 

 

Maßnahmen zur Ersten Hilfe

Insgesamt gilt, die Ruhe zu bewahren, sofort den Tierarzt zu verständigen (nicht vergessen: Transportratschläge einholen!) und folgende Punkte zu befolgen:

 

 

Atemwege frei legen und den Hund notfalls künstlich beatmen

Herzstillstandbehandeln

Größere Blutungen stoppen und Wunden schützen

Den Hund warm halten und nicht unnötig bewegen

 

 

Bewusstlosigkeit

Ein elektrischer Schlag, Verkehrsunfall, Vergiftung oder Hitzschlag – eine tiefe Bewusstlosigkeit kann viele Auslöser haben. Wichtig ist auch hier: unverzüglich den Tierarzt verständigen! Kontrollieren Sie Lidreflexe (z. B. durch Fingerauflegen), Puls, Temperatur und Atmung. Schildern Sie dem Tierarzt den Unfallhergang und achten Sie darauf, dass der Hund während seiner Bewusstlosigkeit nicht auskühlt.

 

Sonnenstich/Hitzschlag

Versuchen Sie auf jeden Fall, Situationen zu vermeiden, in denen Ihrem Hund die Gefahr eines Hitzschlages droht. Vor allem "gestaute" Hitze, wie sie z. B. im Auto entstehen kann, kann den Hund zuweilen tödlich treffen, wenn er sich darin aufhalten muss. Lassen Sie deshalb Ihr Tier nie länger allein im Auto und vergessen Sie nicht, dass die Sonne oft sehr schnell wandert. So kann Ihr Auto – im Schatten geparkt – rasch in vollem Sonnenlicht stehen. Die Symptome eines Hitzschlages machen sich mit starkem Hecheln, deutlich erhöhter Körpertemperatur und einem starren, ängstlichen Ausdruck bemerkbar. Dann heißt es, schnell zu handeln, denn ohne rasche Kühlung kann der Hund bewusstlos werden und sterben.

Bringen Sie den Hund sofort in eine kühle Umgebung und waschen Sie ihn mit kaltem Wasser ab, ohne ihn dabei zu übergießen. Auch nasse Umschläge sind zu empfehlen. Wenn Sie Alkohol (Spiritus oder hochprozentige Schnäpse) zur Hand haben, geben Sie diesen ins Waschwasser. Dadurch wird die Verdunstung gesteigert und der Kälteeffekt größer. Sorgen Sie für reichlich Frischluft und decken Sie ängstliche Tiere mit feuchten Decken zu. Ist der Hund bei Bewusstsein, flößen Sie ihm kleine Schlucke leicht kochsalzhaltigen Wassers ein und bringen ihn schnellstmöglich – jedoch ohne das Tier dabei hektisch zu machen – zum Tierarzt.

 

Erfrierungen

Auch im Winter drohen Gefahren. Kälte, Schnee und Eis können besonders an den empfindlichen Stellen im Bereich des Ballens, der Ohren – besonders bei Rassen mit langen Hängeohren – und der Schwanzspitze schnell zu Erfrierungen führen. Besonders kurzhaarige Hunde sind sehr kälteempfindlich, deshalb sollte man mit ihnen auch keine all zu langen Winterspaziergänge unternehmen. Falls es dann doch einmal passiert sein sollte und sich Ihr Hund eine Erfrierung zugezogen hat, wärmen Sie die erfrorenen Partien, indem Sie sie kräftig mit einem Handtuch oder mit warmen (nicht heißem) Wasser reiben. Auch ein Fön kann hier durchaus gute Dienste leisten. Damit sich der Hund die erfrorenen Stellen nachträglich nicht aufkratzt, schützen Sie diese Partien mit einem Verband. Wickeln Sie Ihren Hund nach der Behandlung in eine warme Decke und massieren Sie die schmerzenden Stellen mit sanftem Druck.

 

Insektenstiche

Immer sehr schmerzhaft, im Sommer aber schwer zu vermeiden, sind Insektenstiche. Hier muss schnell gehandelt werden, besonders wenn der Hund ein stechendes Insekt verschluckt hat oder der Stich im Maul oder Rachenraum sitzt. Sofortige Kühlung mit kalten Umschlägen, Eis oder anderen kalten Gegenständen bzw. Verzehr von Eis, damit der Stich im Rachenraum nicht so weit anschwillt, dass das Tier in Atemnot gerät, ist erste Hilfepflicht.

 

Durchfall oder Erbrechen

Oberstes Prinzip: Füttern Sie das Tier so lange nicht, wie Durchfall oder Erbrechen anhalten. Wichtig ist immer eine ausreichende Wasserversorgung, um den ständigen Wasser– und Mineralverlust auszugleichen. Besonders in warmen Urlaubsregionen würde sonst die Gefahr der Austrocknung bestehen. Geben Sie eventuell Paspertin–Tropfen oder Kohletabletten bzw. Kohlepulver. Nach dem Abklingen der Erkrankung sollten Sie die Diät langsam (!) wieder auf normale Fütterung umstellen. Tipp: Stellen Sie während des Urlaubs bzw. einige Zeit davor die Ernährung Ihres Vierbeiners auf Trockenfutter um. Dieses kann auf Reisen weniger schnell verderben.

 

Ein Schock kann viele Ursachen haben: Verbrennungen, starker Durchfall, ein Verkehrsunfall oder eine Herzattacke sind nur einige wenige Beispiele für die Vielzahl möglicher Auslöser von Schockzuständen. Deutliche Anzeichen sind kalte Gliedmaßen und kalte Haut, schneller Puls, steigender Atemrhythmus, erweiterte Pupillen, starre Augen und blasse Schleimhäute (Zahnfleisch, Bindehaut). Wird das Gehirn nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt, kann der Hund schließlich bewusstlos werden. Gegenmaßnahmen: Massieren Sie das Herz des Hundes und wickeln Sie ihn in Decken mit Wärmflasche ein. Das erhöht die Körpertemperatur. Legen Sie den Hund mit dem Kopf nach unten auf eine geneigte Fläche, damit das Gehirn wieder besser durchblutet wird. Im Notfall müssen Sie Ihren Vierbeiner künstlich beatmen. Sobald der Hund bei Bewusstsein ist, sollten Sie ihm in kleinen Mengen Wasser einflößen, in das ein wenig Salz und Natron aufgelöst wurde (ein halber Teelöffel Salz und ein Teelöffel Natron auf 1 l Wasser). Bringen Sie das Tier unverzüglich zum Tierarzt.

 

Hat sich Ihr Hund verletzt, entfernen Sie den Fremdkörper (Scherbe, Dorn), wenn er nicht zu tief eingedrungen ist. Ansonsten müssen Sie unbedingt einen Tierarzt aufsuchen, der Ihnen dabei hilft. Lassen Sie die Wunde ruhig erst einmal kurz bluten, damit Verunreinigungen herausgeschwemmt werden können. Die Haare um die Wunde sollten Sie kurzschneiden, damit keine Sekundärinfektionen entstehen und die Wunde schneller zuheilen kann. Waschen Sie die Wundränder mit Mineralwasser sorgfältig ab und führen Sie die Ränder zusammen, wenn Sie den Verband (nur bei größeren Wunden, kleinere sollten an der Luft heilen) anlegen. Vergessen Sie nicht, den Verband regelmäßig zu wechseln. Suchen Sie bitte unverzüglich einen Tierarzt auf, sobald sich die Wunde entzünden sollte.

 

Vergiftungen

Wenn Sie den Verdacht haben, Ihr Hund könnte sich vergiftet haben, suchen Sie bitte unverzüglich einen Tierarzt auf! Nur er kann in solchen Fällen helfen, Selbstmedikation schadet hier meist nur.

 

Verkehrsunfälle und Stürze bergen immer das Risiko innerer Verletzungen und Blutungen. Auch wenn äußerlich keine Verletzungen sichtbar sind, können Spätfolgen auftreten, die unter Umständen sogar zum Tod des Tieres führen können. Lassen Sie Ihren Hund deshalb von einem Tierarzt durchchecken und achten Sie auf einen erschütterungsfreien Transport. Legen Sie den Hund auf eine Decke oder ein Brett und bringen Sie ihn auf dem schnellsten Weg zum Tierarzt. Falls nötig (z. B. in extremen Schocksituationen), müssen Sie Ihren tierischen Freund künstlich beatmen.

 

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